Sonntag, 20. Dezember 2015

wahr

in den sozialen Medien gefunden:

aus Kindern die nicht geliebt werden,

werden Erwachsene die nicht lieben

Sonntag, 19. April 2015

geschafft

und ganz hinten denke ich mir, sie haben es geschafft, ihre persönliche Qual hat aufgehört, Enke, Lubitz, die anderen und der Schwiegervater

Samstag, 7. März 2015

heute vor zwei Jahren

...war das Wetter auch so. Es war Donnerstag, heute vor genau zwei Jahren. Spätschicht hatte ich. Im Büro der Kollegin etwas erklärt. Das Telefongespräch angenommen ohne aufs Display zu schauen.

“ER IST TOT”

noch lauter, schriller, schneller werden “ER IST TOT”

nochchmal lauter nochmal schriller “HAT SICH AUFGEHÄNGT”

“wer ?” - leicht im Zweifel ob die Gattin mal wieder einen Alkoholrückfall hat, nochmals leise

“wer ?” einfach um Sie ein wenig runter zu zwingen

“ER, ER - - - ER IST TOT - HAT SICH AUFGEHÄNGT IN SEINEM GARTEN”

“dein vater, tot - - - selbstmord ?” - die Kollegen bekommen es mit, natürlich zieht es mir den Boden unter den Füßen weg.

Nachdem die Schwiegermutter vergeblich zum Mittagessen auf den Schwiegervater gewartet hatte. Ist nicht zurückgekommen aus seinem Garten. Ob meine Frau vielleicht nach ihm sehen könne...? Da ich aber das Auto zur Arbeit mitgenommen haben stellt sich das als schwierig dar. Die Schwiegermutter hatte dann die Schwägerin gebeten. Die hat ihn dann gefunden.

Alarm in der ganzen Familie. Klar Alarm in der ganzen Familie.

symtomatisch

Für das schwierige Verhältnis vielleicht auch die Tatsache, dass im Kalender, in dem jedes Ereignis penibel notiert wird, heute am Todestag ihres Vaters nur steht: “2. Todestag Opa Schorsch”

Nicht nur sein Name, nicht Papa, nicht Vater. Papa und Vater der er ihr so nie war, da Sie doch nicht einmal adoptiert war, da es nur ihr Stiefvater war, der Sie vielleicht genauso wenig angenommen hat bis zu seinem Selbstmord, wie Sie ihn.

Opa Schorsch, war er für ihre Tochter. Für Sie war es ein Leben lang Kampf um seine Anerkennung, den Sie nie gewann.

Freitag, 6. März 2015

Schock

Er wird es wohl nicht überleben, liegt auf der Intensiv (noch), sagt sein Chef. Praktisch ungebremst mit 85 km/h, aber das ist ja erlaubt, ist er auf das Stauende aufgefahren, mit seinem LKW. Noch 3 Autos hat er aufeinander geschoben. 2 Stunden haben Sie ihn rausgeschnitten aus dem Führerhaus.  Die Hütte, sei komplett zerstört gewesen. Keinen gesunden Knochen mehr, die Angehörigen sollen sofort ins Krankenhaus kommen. 2 Stunden nachdem er seine Nachttour begonnen hat. Frontal. So gleichmäßig wie die Hütte zerstört ist, kann man keine Ausweichbewegung feststellen.

War er kurz unaufmerksam. Wollte er vielleicht im Rückspiegel sehen, ob er überholen kann, war es was medizinisches, vielleicht war er ja gar nicht bei Sinnen, eine Ohnmacht, eine Herzattacke. Gerade, ungebremst.

Die Kollegen sagen, ein Abstandswarner, ein Notbremssystem an seinem 1/2 Jahr alten LKW hätte 1500€ gekostet. Vielleicht auch mehr, denke ich. Vielleicht 5000€. Bei einem Kaufpreis des LKW weit jenseits der 100.000€, oder wie es ein anderer formuliert, es hätte die Leasingrate um 10€ verteuert - klar Polemik pur.In einer Branche, die sich selbst einem immensen Kostendruck stellt. Ja, die, die die LKWs beschaffen und bezahlen müssen rechnen mit jedem Cent. Können sich schon nicht mehr erinnern, wann es für den Fahrer die letzte Lohnerhöhung gab, wissen nur noch, dass Sie im November eine Lohnerhöhung für das nächste Jahr kategorisch ausschlossen.

Seine Frau ist jetzt bei ihm, ist die 160 km gefahren, hat sich ein Hotelzimmer iin der Nähe des Krankenhaus genommen, man weiß es nicht wie es ausgeht, die Firma zahlt das Hotel - ist doch selbstverständlich. Nach dem Wochenende wissen wir mehr.

Ich hatte noch mit ihm gesprochen, zwei Stunden bevor es passierte. Er lies sich noch das ok. für eine seiner Entscheidungen geben, sonst alles klar. Das sind doch auch bald 16 Jahre, dass ich ihn kenne. Weniger von Angesicht zu Angesicht, er war ja im Norden stationiert. Ich verstand ihn auch so schwer, sein Dialekt, eine nuschelige Sprache, und alles durchs Telefon. Seit einigen Monaten sah man ihn dann kurz im Büro, wenn er seine Papiere holte oder abgab.

Klar sind wir alle geschockt. Klar drücken wir die Daumen.

Mittwoch, 4. Februar 2015

traurig

...ja, am Freitag war sie dann sanft entschlafen. Es ist so, dass der Schwiegervater noch sieben Geschwister und ich somit seine recht große Schwiegerverwandtschaft habe. Die meisten davon sitzen auf der Alb, in dem Ulm, Geislingen, Heidenheim Dreieck.

Ich wollt nicht zur Beerdigung, so oft habe und hatte ich doch mit ihr gar nicht gesprochen, ein paar mal, auf Hochzeiten, auf Konfirmationen, bei den Beerdigungen habe ich sie gesehen. Ich sags ehrlich, einen Urlaubstag opfern...letztendlich war es aber so, dass ich doch im April einen neue Arbeit anfange und es ist doch egal...

Die Schwiegermutter mussten wir nicht mitnehmen, die ist mit dem Schwager gefahren. Wir wollten auch nicht am offenen Sarg Abschied nehmen, ich behalte mir die Leute gerne in Erinnerung, wie sie gelebt hatten, nicht diese bleiche eingefallene Hülle mit leicht geöffnetem Mund. Wenn ich dann dereinst beerdigt werden muss, will ich nicht aufgebahrt werden. Ich möchte dass mich die Leute so in Erinnerung behalten wie ich war. Alle.

Ein toller Tag auf der Alb. Schneebedeckte Flächen, kalt, sonnig, ein Glitzern über dem Schnee. Sie hätte gesagt, “siehsch, so schee isch bei oos”

Eine halbe Stunde vor der Beerdigung bekommen wir schon fast keinen Platz mehr in der kleinen Dorfkirche. Wir gehen auf die Empore. Nicht Alle finden einen Platz. Eine halbe Stunde keine Gespräche, das knarren der Dielen, das Rascheln der Mäntel, ein zwei Schluchzer. Und Husten und Hüsteln, zusammenrücken auf den Kirchenbänken. Schon oben auf der Empore sind mehr als 150 Menschen. Unten im Kirchenraum noch weniger Bewegung. Ihr ex ex Schwiegersohn setzt sich neben mir auf den Boden. Alleine.

Gattins früh verwittweter Onkel wird von seinen Kindern in die Bank gesetzt. Schlecht sieht er aus. Der Tod seiner damals 54 jährigen Frau hat ihn völlig aus der Bahn geworfen. Auch traurig.

Seit zwanzig Minuten sitzt die Organistin auf ihrer Orgelbank. Die Augen halb geschlossen. Die Menschen schauen verstohlen auf die Uhr. Tief und traurig klingt das Instrument, als sie dann 2 Minuten verspätet beginnt. Ich rechne hoch, 13:30 und ne dreiviertel Stunde bis Stunde Trauergottesdienst, dann alle rüber zum Friedhof ich sehe mich erst um 17:00 Uhr Richtung Heimat.

Der Pfarrer beginnt. Die Gemeinde singt ein mir unbekanntes Lied. Mir sind viele Kirchenlieder unbekannt. Der Gemeinde nicht, sie kommt alleine durch die 4 Strophen, der Pfarrer muss mit seiner Stimme nicht führen. Das gibt es bei uns nicht.Psalm 90 im Wechsel mit der Gemeinde gesprochen, klar nicht auswendig aber doch flüssig.

Bin hin- und hergerissen, diese Überzeugung, diesen Glauben an Gott beim Pfarrer zu erkennen, meine eigene Zweifel zu haben. Oder ist es doch einfach nur ein schönes Ritual, das Ganze ?

1943 als jüngste von 3 Töchtern geboren - der Vater hat Sie nur einmal gesehen, er wird seit 1944 vermisst. Schon hier bekomme ich einen Klos im Hals.

Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst. 1. Buch Mose 28,15 - ihr Konfirmationsspruch. Mit 14, die Konfirmation und Schulabschluss, Sie wurde als Hausmädchen nach Balingen geschickt. Dort wurde Sie mit 16 Jahren Mutter. Zurück in den Heimatort. Muss sich durchschlagen. Lernt zuhause Steno und Maschinenschreiben. Findet Arbeit im Rathaus. Bekommt eine Tochter und heiratet den Schwiegeronkel.

Das unbeschwerte Leben vorbei mit 14 - wobei ich nicht weiß, ob das Leben bis dahin nur unbeschwert war.

Sie ist immer aktiv, tritt bestimmt auch ihrem Mann das eine oder andere Mal in den Hintern, versorgt später die Enkel, die Gemeinde und auch die Kirchengem

Samstag, 31. Januar 2015

Heim geholt

Er hat sie zum sterben Heim geholt, hat er beim Telefonat mit der Schwiegermutter gesagt. Ja es sei Lungenkrebs. Selbstverständlich können wir sie nochmal besuchen.

Dass es um sie so schlecht steht sollen wir nicht sagen, sagte er. Sie wisse es nicht. Wir fahren mit der Schwiegermutter die 80 Kilometer unter der Woche. Er ist Schwiegervaters Bruder, ein lauter stämmiger Mann, er hatte sie als ledige Mutter kennengelernt, den Sohn adoptiert. Sie hatte ihm Halt gegeben, ihn auf den rechten Weg gebracht, hin und wieder in den Hintern getreten.

Als er das Zimmer verlässt bittet Sie uns ihm nicht zu sagen, dass sie sterben wird. Wir verabschieden uns mit einem “gute Besserung, erhol dich gut”

Heute Nacht ist sie nicht mehr aufgewacht.

Donnerstag, 22. Januar 2015

ob’s gut geht ?

Nach 28 Jahren und 9 Monaten werde ich meine bisherige Firma verlassen und bei einem anderen Arbeitgeber anfangen. Dass mir das genug Bauchweh bereitet, kann man sich vorstellen. Über die Beweggründe und Gedanken werde ich vielleicht nochmal an anderer Stelle bloggen.

Durch die Kündigung ergibt sich auch, dass ich a) jetzt im Frühjahr noch 9 Tage Resturlaub verballern muss, dann aber das restliche Jahr wegen Probezeit und so keinen Urlaub haben werde. Ich will diese 9 Tage nutzen, die Wohnung zu renovieren.

Wir haben nur ein Auto, wenn ich demnächst in einem anderen Ort arbeiten werde, werden wir 2 Autos brauchen.

Und dann stellt sich jetzt langsam die Frage, ob das gut geht ? - Eine Frage die ich mir selbstverständlich auch stelle, die mich umtreibt, wo ich aber hoffe, dass es von meiner Seite aus klappt aber...

...die Gattin. Veränderungen sind für meine Gattin mit ihrem instabilen Seelenleben das reinste Gift. Tapfer nimmt sie sich im direkten Gespräch mit mir zusammen und versucht nichts von ihren Ängsten und Sorgen ob dieser drei großen Umwälzungen in ihrem und meinem Leben anmerken zu lassen - alleine sie schafft es nicht.

In einer Phase, in der auch ich ein wenig Zuspruch gut gebrauchen könnte muss ich mir wieder große Sorgen machen, dass die Frau nicht wieder durchdreht, in eine Sucht, in die Psychiatrie oder aus dem Leben flüchtet.

Ich sorge mich, werde aber, wenn ich es jetzt, mit meinen 51 Jahren nicht angreife, nie wieder machen - will nicht jetzt schon resignieren

Freitag, 9. Januar 2015

und noch einer

“heute vor 51 Jahren wusste ich nicht wohin mit Dir”, die Schwiegermutter zu ihrer Tochter, meiner Frau. Wir auf dem Weg zum Geburtstagsessen für meine Frau. Fast schon zufrieden, war die Gattin, hatten ihr doch ein paar Leute zum Geburtstag gratuliert, sich gemeldet, ihr Anerkennung und Zuspruch gegeben, die Tochter und der Freund saßen mit im Auto, und die Alte blubbert da so debil vor sich hin.

“ich hab mich dann fürs Werra Heim entschieden, da bist Du dann gleich hin gekommen” - mal wieder, an einem Tag an dem die Gattin fast schon einen entspannten Gesichts- und Seelenausdruck hatte, wieder in die Fresse gehauen und deutlich gesagt, Dich hab ich noch nie geliebt.

Dem designierten Schwiegersohn, der die Geschichte auch schon kennt erklärt Sie es wieder und wieder in den 20 Minuten Autofahrt. “weisch, ich bin ja zuhause raus geflogen als raus kam, dass ich Schwanger war”...raus geflogen aus einem Zuhause, wo der Vater ein hochgestellter Dipl. Ingenieur war, aber was sollen die Leute sagen. “und ich bin ja rausgeflogen wegen Deinem Vater”, ein möchtegern Zuhälter aus dem Stuttgarter Städtle, wie das Rotlichtmillieu dort genannt wurde, der sich zu dem Zeitpunkt aber auch schon aus dem Staub gemacht hatte.  Aber der Opa, der war so ein toller Mann....

“Des war schon gut, dass der Opa mich rausgeschmissen hat, dein Vater des war eh nix...” der Opa hat dann noch dafür gesorgt, dass dein Vater dich nicht adoptiert, dass er nicht mal in deinen Papieren auftaucht. “Das war ein Tagedieb, da hättest Du später noch für den Unterhalt zahlen müssen”, sagt die Schwiegermutter zum Geburtstagskind, die die Story zum erbrechen kennt und doch wieder mit aufsteigenden Tränen kämpfen muss.

 

 

 

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hiermit versteht man das vorhergehende Posting dann vielleicht noch besser

Sonntag, 30. November 2014

irreversibel

Es sei seltsam, hatte sie gesagt, immer wenn wir an einer Einrichtung vorbei fahren, die sich um Alte, psychisch Kranke, oder sonstwie hilfsbedürftige Menschen kümmert, bekäme sie ganz heimische Gefühle, wünscht sich dort zu sein. Keine Sorgen des Alltags, sich einfach loslassen, keinerlei Verantwortung zu haben.

Ihre Mutter, flog damals 1963 aus der elterlichen Wohnung, nachdem heraus kam, dass sie schwanger ist. Der Opa, ein gebildeter Mann, Diplominginieur, die Oma riegeldumm. Vermutlich war Oma schon völlig überfordert mit den beiden Kindern - ich weiß es nicht. Die Mutter landete jedenfalls mit dickem Bauch im Städtle in Stuttgart, nachdem Sie von Zuhause rausgeflogen war. Noch im Kreissaal hat es zu ihr, vermutlich der Zeit angepasst, geheissen: "stell dich nicht so an, als es (das Baby) reingekommen ist, hast du doch sicher auch nicht so ein Theater gemacht"

S. wurde vom Wochenbett weg in ein Kinderheim gegeben. Später zweimal in Pflegefamilien. Sie sei als Baby in den Einrichtungen sehr beliebt gewesen, sie hätte so ein schönes lächeln gehabt. Wenn sie lächelt wird sie versorgt, wenn sie lächelt erhält sie Aufmerksamkeit. Vermutlich hat sie noch nie grundlos gelächelt.

Zwei Jahre später hat ihre Mutter einen Mann, einen Mann der Vater ihres Halbbruders und Ehemann der Mutter wird. Ein weiteres Jahr später darf sie "nachhause". In ein Zuhause, mit einem Bruder der ein "Schreikind" ist, der die volle Aufmerksamkeit seiner Mutter fordert, der keine Nacht durchschläft, der jede Nacht spukt - da hilft ihr nicht mal ihr Lächeln. Der Stiefvater arbeitet 24 Stunden bei der Feuerwehr, in seiner Freischicht arbeitet er auf dem Bau, schließlich will sich die Familie etwas leisten. Die Mutter ist somit immer noch auf sich alleine gestellt.







Irreversibel, unumkehrbar. Jedesmal wenn ich irgend einen Politiker oder Kirchenmann gegen Abtreibung reden höre und jedes Mal wenn ich von so jemanden höre, die Frauen sollen sich für das Kind entscheiden es gäbe die Möglichkeit der Adoption, es gäbe staatliche Unterstützung, fällt mir meine Gattin ein, die noch immer unter diesen ersten drei Jahren ihres Lebens leidet und nach wie vor ihre Schwierigkeiten, ihre Sehnsüchte und Süchte hat.






Samstag, 22. März 2014

Ausnahmesituation

vielleicht schon immer. Die Gattin hat vermutlich schon seit frühester Kindheit psychische Probleme. Die 28 Jahre, die ich sie kenne hat sie immer, mal mehr mal weniger ausgeprägte Suchtphasen. Hin und wieder eskaliert die Situation, sie unternimmt einen Selbstmordversuch  und braucht dringendst Hilfe.

Gestern wieder, nach einem Streit läuft sie davon. Kein Durchkommen zu ihr. Das Handy schaltet sie ab.

Für mich das 6. oder 7. mal das ich so etwas mitbekomme, ich sitze zuhause und warte. Zu ihrer Mutter ist sie nicht, wie geht die Situation diesmal aus ? Zieht sie es durch, sagen die Polizisten dieses mal, dass sie es geschafft hat, sich umzubringen oder ist es wie die letzten paar Male, dass ich irgendwohin kommen soll weil sie sich die Pulsadern aufgeschlitzt, sich erstechen wollte oder am Bahndamm aufgegriffen wurde ?

Jetzt meldet sie sich. Um 5:20 sie ist auf der G1  in der Psychiatrie in Winnenden. Hat sich dort selbst eingewiesen, nachdem sie in der 40 km entfernten Psychoklinik nicht angenommen wurde.

...traurig, über solche Nachrichten froh zu sein.

Mittwoch, 29. Januar 2014

so far so good

…um sich dann versonnen zurückzulehnen, der Kollege am Schreibtisch schräg gegenüber, um dann ganz versonnen aber plakativ, plötzlich den linken Hemdärmel bis zu den Oberarmen hoch zu schieben.
…versuche es zu übersehen, blicke starr auf meinen Monitor, er lässt den Ärmel oben, prahlt still mit zwei tiefen Kratzwunden an der entblößten Stelle. Irgendwann muss ich wieder auf sehen. Es muss aus ihm raus, auch wenn ich nicht frage.
…den gefallen ihn zu fragen, was er da hat tue ich ihm nicht, gleich platzt er, dreht nochmal den Oberkörper ein wenig. Lieber beiß‘ ich mir die Zunge ab, weiß aber auch, dass ich der Nummer wenn nicht jetzt, dann später nicht entgehen werde.
…“ich bin ja gestern spät aus dem Büro gekommen, und früh ins Bett gegangen, wie du dir vorstellen kannst“, bricht es aus ihm raus.
…“und heute morgen um halb drei bin ich wach geworden weil meine Lady..“, Flucht, ich will flüchten, weiß ganz genau was jetzt kommen wird, will es einfach nicht hören.
…“…und wenn man schon mal wach war, die Gelegenheit da war“, Bilder aus dem Kopf ich kotz gleich quer über den Tisch, versuchen ihn zu unterbrechen aber das angebliche Erfolgserlebnis beflügelt ihn noch zu einem „…manchmal muss man sich halt zwingen“
…werde mir einen Krisenseelsorger besorgen und hoffen 2019 eine alptraumfreie Nacht schlafen zu können

Sonntag, 10. November 2013

falscher Kanal

heute wird mir vom einen oder anderen ein #9Nov38 in die Timeline gereetweetet @9nov38 twittert die Kristallnacht Ereignisse von 1938 als würden sie aktuell geschehen.

Und ja, mein Vater war 1938 2 Jahre alt, 25 Jahre + 2 Monate später kam ich auf die Welt, ernsthaft ich habe mit dem Ereigniss ausser dass mir meine Eltern anerzogen und beigebracht haben, dass man keinerlei Menschen verfolgt und ausgrenzt, hab ich nichts mit am Hut. Ist so.

Wenn ich auf Twitter bin, lese ich von nicht vorhandenem Sex, Nutella, Einhörnern, Brüsten, Montags Mimimi und Penisen.  Es gibt Kalauer und Witze über und unterhalb der Gürtellinie und ein paar Geschlechterklischees. Das ganze Ding ist auf Spass ausgelegt.

Wir sind nicht in Ägypten, wir machen in Deutschland einfach keine Revolution und die letzte wirkliche Veränderung die wir durch die Straße hatte war die Wiedervereinigung.

Dienstag, 17. September 2013

folgen

ich weiß ja nicht, wie man das bei Twitter richtig macht. Also das folgen. Weiß nur, dass der eine oder andere da seine eigene Wahrheit und Richtung hat. Ich mach es meistens so, irgend jemand favt oder retweetet mich, ich folge ihm erst Mal, denn wer etwas von mir gut findet ist mir primär sympathisch. 

Deshalb folge ich auch so vielen Leuten. Wenn mir dann beim TL lesen etwas gefällt, fave oder retweete ich das selbst, unabhängig von der Followerzahl. Wenn mir einer zu viel Mist twittert, oder mir zu große Pappnasen (Lobo, Steinbach, Bergmann...) in die TL spült, den entfolge ich genauso schnell wieder. Ohne aber ein großes moralisches deutsches: “wenn du nochmal so etwas twitterst entfolge ich dich”

Ach und noch etwas, Foursquare oder Runtastic Meldungen interessieren mich kein Bisschen und enden meist in einer Entfolgung.

Montag, 16. September 2013

Einbahnstraße ?

  • der Nächste der mir eine Reply schickt wird geblockt.
  • Was sind das für Deppen die immer eine Antwort schreiben ?
  • Und immer diese Replies.

Und je mehr Follower umso heftiger dieses rumgememme.

Klar, werden einige sagen, Twitter ist kein Chat. Der eine oder andere verwechselt da vielleicht doch etwas mit dem guten alten CB-Funk. Und natürlich gibt es die Tweetverbesserer, die deinen Tweet noch lustiger machen oder die schlicht und ergreifend zu doof sind deine Intention hinter dem Tweet zu entdecken. Aber dieses: “Hört gefälligst zu, wenn ich zu euch rede “ geht mir persönlich gehörig auf den Sack.

Wer von Replies genervt ist braucht sie doch einfach nicht zu beantworten, dann ist gut.

Samstag, 14. September 2013

woher ?

woher kennt ihr die Annehmlichkeiten einer nicht ausgewuchteten Waschmaschine im Schleudergang - woher wisst ihr, dass die eine ziemlich Ideale Höhe hat ?

Freitag, 26. Juli 2013

Himbeereis

Ein generelles LKW Überholverbot in der Ferienzeit fordert Florian Pronold aus Steinbrücks Wahlkampfteam im Deutschlandradio heute morgen.

So eine Übersprungshandlung, wenn man nichts anderes gebacken kriegt, wenn einem nichts anderes einfällt, kommt man schon auch mal auf so einen Gedanken. Und auch da, natürlich - wenn wir keine anderen Probleme haben ausser mal gemütlich und staufrei in den Urlaub zu fahren... egal.

Schnell, schlampig und noch auf dem Weg zur Arbeit hab ichs getwittert:

und am Abend war der Tweet für mich schon vergessen, er war ja auch eher mindergut. Einer wollt’s dann doch noch humorig kommentieren:

Dienstag, 23. Juli 2013

freuen

die Engländer freuen sich heute wegen der Geburt des royalen Nachwuchs'
wir freuen uns, dass sich Angela nicht vermehrt.

Samstag, 13. Juli 2013

Pfandfrei


Ein Glück, dass diese Fläschchen Pfand befreit sind. So wirft man es noch viel leichter ins Gebüsch. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich peinliche Momente an der Rücknahme erspart.

Sonntag, 7. Juli 2013

Ägypten

habt ihr die letzten Tage die Spritpreise beobachtet ? Ich hab die Dieselpreise immer so im Augenwinkel. Und wo ich am Mittwoch noch für 1,31€ getankt hatte steht der Preis am Freitag plötzlich kurzfristig bei bis zu 1,52€.

Die Krise in Ägypten sei schuld. Die Krise dort, der Putsch hätte die Märkte verunsichert.
Nicht der Ferienbeginn in den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Das Beste ist aber wieder die (Nicht)Reaktion von Fipsi Rössler. 15 Monate nach seinem Gefasel von einer 'Markttransparenzstelle' hört man von Fipsi nichts mehr wegen der Spritpreise, wegen der Markttransparenzstelle natürlich auch nicht, wegen Prism und Ägypten Putsch übrigens auch nicht.

ich könnt schon wieder kotzen